Montag, 2. Juli 2012

Der dritte Pol

In unserem Blog über Beziehungen haben wir festgehalten, dass unter anderem ein gemeinsames Wertesystem wichtig für die Güte einer Verbindung ist, also es geht um Gemeinsamkeiten zwischen den Parteien.  

Gemeinsamkeiten verbinden. Diese manifestieren sich in der Regel in der Herkunft, Kultur, Gesetze, Gesellschaft, Rechtsverständnis, ethische Grundsätze und sicherlich noch in weiteren Aspekten.  Egal ob schriftlich oder gedanklich verankert, bilden diese „Gesetzmäßigkeiten“ unser Wertesystem. Auch wenn dann öfter zu beobachten ist, dass gewusst nicht immer gelebt heißen muss. Immerhin sind und bleiben wir eben Menschen.

Was so selbstverständlich klingt und worüber man sich eher wenig Gedanken macht, sind aber entscheidend für eine stabile Basis. Also,  wie viel Zeit nehmen Sie sich, um die WerteWelt des Anderen unter die Lupe zu nehmen? Nun die Option „Notfalls lassen wir Paragraphen für uns sprechen und duellieren uns dann vor dem Richter“ ist dann doch die gängigere Praxis. Oder man denkt nicht einmal so weit, weil die Jacke einem näher ist als die Hose.

Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer, heraus zu finden, in welche Richtung die Reise geht – beim Gegenüber. Man muss eben die Muße aufbringen, es auch wirklich tun zu wollen. Zu allem „Ja“ und „Amen“ zu sagen, kann tatsächlich fatale Folgen haben, wie wir es ja nun seit einigen Jahren auch in der Wirtschaft beobachten. Ganz zu schweigen von den gesellschaftlichen UN- und MISS-Ständen.  

Ein sehr interessanter Artikel beschreibt, wie sich im Laufe von Jahren und Jahrhunderten eine fast neue Glaubensgemeinschaft – viele sagen natürlich „unbemerkt“ - etabliert hat. Hier ist die Rede von der Wirtschaft(swissenschaft) als Religion. Abzurufen unter : http://www.theintelligence.de/index.php/wirtschaft/finanzen/4297-wirtschaftspolitik-wissenschaft-als-religion.html

Nein, nein, wir sind immer noch beim Thema Gemeinsamkeiten und Wertesysteme. Der rote Faden ist noch da und keineswegs verloren.

Ein Wertesystem und ein gemeinsames Wertesystem sind im Idealfall geprägt durch ein gemeinsames Rechts(Gerechtigkeits)verständnis – Gesetzmäßigkeiten. Ein sehr bekannter Spruch – oft zu lesen in türkischen Gerichtssälen – „Adalet mülkün temelidir.“ heißt übersetzt so viel wie „Die Justiz ist das Fundament eines Staates.“, also ist das Wertesystem ein fundamentaler Bestandteil – egal in welcher Größenordnung.

Und genau diesen Aspekt gilt es genauer zu betrachten: Mit wem möchte ich eine Beziehung eingehen und worauf gründen seine und später gemeinsame Geschäftspraktiken? Man will doch schließlich gute ENTscheidungen und keine bösen Scheidungen.

Oft gelesen und gehört, heißt es dann: „Gleiches zieht Gleiches an“. Wie schön wäre es, wenn es tatsächlich immer so wäre.  Es heißt ja dummerweise auch: „Gegensätze ziehen sich an.“. Ja und welches sind denn die Gegensätze, die sich da vermeintlich anzuziehen scheinen?

Bislang kannten wir Nord und Südpol. Was aber wäre, wenn es einen dritten, bislang unbekannten Pol  gäbe?
In diesem Sinne, wie auch schon Schiller in seinem Lied von der Glocke zu sagen pflegte: „drum prüfe, wer sich (ewig) bindet“.

Oder würden Sie auf sandigem Boden, windige Kartenhäuser bauen?

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