Dienstag, 12. Juni 2012

Klötze oder Kuchen?

Wenn wir sagen, wir sind naturgebunden bedeutet dies nicht nur, dass wir die Natur im romantischen Stil lieben. Natürlich spielt auch das eine große Rolle, aber wir nehmen uns die Natur als Vorbild. Damit nehmen wir jene Prinzipien ernst, die sich seit tausenden von Jahren bewährt haben. Als kleines Beispiel: Ein Baum. Ein Baum wächst in einem bestimmten Zyklus und beachtet hierbei sehr viele unterschiedliche Faktoren ohne dabei in ein Abteilungsdenken zu verfallen. Wo käme er da hin, wenn sich einige Zellen schlichtweg weigern würden, weil sie gerade überlastet oder in Urlaub sind. Wir merken sehr schnell, dass hier keine Richtlinie oder eine explizite Arbeitsanweisung notwendig ist, obwohl ein Baum genauso über eine Architektur verfügt, wie auch ein Unternehmen. Organismen befolgen ihren eigenen Ablauf sehr streng und sind niemals zu früh oder zu spät bei ihren „Tätigkeiten“. Alles hat eine Ordnung, ohne dabei eine tägliche To Do Liste aufzusetzen.

Nun aber zu unserer Frage: Warum ist das Denken in Kreisläufen wichtig? Die meisten von uns denken in „Abteilungen“ und so passiert es, dass wir z.T. auf jemanden warten oder jemanden warten lassen. Allein das Wort Abteilungen ist von seiner Beschaffenheit eher eckig und kantig. Ein Kreislauf jedoch – wie es der Name schon verrät – ist rund. Der Fluss wird nicht durch Ecken oder Kanten ausgebremst, sondern er kann ohne Energieverlust weiter fließen. Im Übrigen fließt ein Kreis auch nicht im Uhrzeigersinn sondern i.d.R. gegen den Uhrzeigersinn. Das kann man sehr schnell testen in dem man einen Kreis aufzeichnet. Ähnlich wie bei den Buchstaben a,o, g usw.

Wir haben das bei OntoBusiness folgendermaßen skizziert:
  1. Eine Idee/Anforderung kommt herein => Energie
  2. Es wird überlegt (alleine oder mehrere) welche Schritte notwendig sind => Meeting
  3. Aufgrund der notwendigen Schritte bedient man sich den entsprechenden „Werkzeugen“ und verteilt die Arbeiten => Microjobs
  4. Die Konsolidierung und Präsentation der eingeflossenen Aufgabe führt zum Ergebnis und der Kreis schließt sich oder er fängt erneut an. => Business

Wir haben das in unserer Organisation auch entsprechend benannt:



Eine solche Vorgehensweise setzt natürlich sehr stark voraus, dass die Beteiligten nicht eckig und kantig denken oder handeln dürfen. Sprich, jeder Beteiligte muss in etwa die Abläufe, die außerhalb seines Wirkungskreises sind, auch kennen und nachvollziehen können. Genau das ist der Punkt der Interdisziplinarität und der Fähigkeit proaktives Denken tatsächlich an den Tag zu legen. Auch in puncto Kommunikationsverhalten ist es entscheidend, sowohl aktiv als auch passiv ein Teilnehmer sein zu können – also das Sprechen und vor allen Dingen das Zuhören. Keiner kann bestreiten, dass der richtige Austausch von Informationen ausschlaggebend für den Erfolg einer Sache ist.

Nun, wie sieht das in der Realität aus. Entweder wollen alle reden und keiner hört zu oder keiner will miteinander reden und die Abläufe verzögern sich. Hinzukommen persönliche „Likes“ oder „Dislikes“ und es dauert nicht lange bis das Ganze in der Sackgasse landet. Ehrlicherweise muss man natürlich eingestehen, dass wir Menschen und keine Pflanzen oder Maschinen sind. Also diese Faktoren immer Gegenstand sein werden, egal ob im privaten oder im beruflichen Bereich.

Gehen wir zurück zu unserem Beispiel mit dem Baum, wäre es unvorstellbar, dass die Wurzel zur Krone jemals sagen könnte „Wenn ich nicht wäre, könntest Du gar nicht so erhaben da oben stehen, du arroganter möchte-gern-Pasha.“, oder die Blätter zum Ast sagen: „Weißt Du was, wir haben keine Lust mehr. Jeden Tag hier rumzuhängen und immer das Gleiche: CO2 rein Sauerstoff raus. Mann, wie öde..“. Bislang konnte auch noch nicht beobachtet werden, dass Bäume samt Wurzeln sich eigenständig einen anderen Standort suchen, weil Ihnen der Boden nicht richtig erscheint oder die Nachbarn einen „auf die Palme“ bringen.

Einige Leser werden sich jetzt denken, naja ab und zu muss man ja auch mal was sagen oder was tun. Das stimmt.

Setzen wir aber einmal voraus, die Bedingungen wären „wachstumskonform“ und es gäbe weniger „Staus“, dann würde sich die Anzahl der Ecken und Kanten verringern. Aus der Quadratur des Kreises würde die Kreisur des Quadrates entstehen. Man könnte es auch die „Vom Klotz Zum Kuchen“-Wandlung nennen.

Die Abteilungen blieben in so einem Fall tatsächlich weiter bestehen, allerdings würde sich deren (Blick-)Winkel im Zentrum konzentrieren und die Energie einer Unternehmung würde internisiert und nicht wie so oft externisiert und somit verschleudert werden.

Der Kopf soll ja auch bekanntlich rund sein, damit das Denken die Richtung ändern kann. Übrigens wussten Sie von wem dieser Spruch stammt?

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