Wenn wir sagen, wir sind naturgebunden bedeutet
dies nicht nur, dass wir die Natur im romantischen Stil lieben.
Natürlich spielt auch das eine große Rolle, aber wir nehmen uns die
Natur als Vorbild. Damit nehmen wir jene Prinzipien ernst, die sich seit
tausenden von Jahren bewährt haben. Als kleines Beispiel: Ein Baum. Ein
Baum wächst in einem bestimmten Zyklus und beachtet hierbei sehr viele
unterschiedliche Faktoren ohne dabei in ein Abteilungsdenken zu
verfallen. Wo käme er da hin, wenn sich einige Zellen schlichtweg
weigern würden, weil sie gerade überlastet oder in Urlaub sind. Wir
merken sehr schnell, dass hier keine Richtlinie oder eine explizite
Arbeitsanweisung notwendig ist, obwohl ein Baum genauso über eine
Architektur verfügt, wie auch ein Unternehmen. Organismen befolgen ihren
eigenen Ablauf sehr streng und sind niemals zu früh oder zu spät bei
ihren „Tätigkeiten“. Alles hat eine Ordnung, ohne dabei eine tägliche To
Do Liste aufzusetzen.
Nun
aber zu unserer Frage: Warum ist das Denken in Kreisläufen wichtig? Die
meisten von uns denken in „Abteilungen“ und so passiert es, dass wir
z.T. auf jemanden warten oder jemanden warten lassen. Allein das Wort
Abteilungen ist von seiner Beschaffenheit eher eckig und kantig. Ein
Kreislauf jedoch – wie es der Name schon verrät – ist rund. Der Fluss
wird nicht durch Ecken oder Kanten ausgebremst, sondern er kann ohne
Energieverlust weiter fließen. Im Übrigen fließt ein Kreis auch nicht im
Uhrzeigersinn sondern i.d.R. gegen den Uhrzeigersinn. Das kann man sehr
schnell testen in dem man einen Kreis aufzeichnet. Ähnlich wie bei den
Buchstaben a,o, g usw.
Wir haben das bei OntoBusiness folgendermaßen skizziert:
- Eine Idee/Anforderung kommt herein => Energie
- Es wird überlegt (alleine oder mehrere) welche Schritte notwendig sind => Meeting
- Aufgrund der notwendigen Schritte bedient man sich den entsprechenden „Werkzeugen“ und verteilt die Arbeiten => Microjobs
- Die Konsolidierung und Präsentation der eingeflossenen Aufgabe führt zum Ergebnis und der Kreis schließt sich oder er fängt erneut an. => Business
Wir haben das in unserer Organisation auch entsprechend benannt:
Eine
solche Vorgehensweise setzt natürlich sehr stark voraus, dass die
Beteiligten nicht eckig und kantig denken oder handeln dürfen. Sprich,
jeder Beteiligte muss in etwa die Abläufe, die außerhalb seines
Wirkungskreises sind, auch kennen und nachvollziehen können. Genau das
ist der Punkt der Interdisziplinarität und der Fähigkeit proaktives
Denken tatsächlich an den Tag zu legen. Auch in puncto
Kommunikationsverhalten ist es entscheidend, sowohl aktiv als auch
passiv ein Teilnehmer sein zu können – also das Sprechen und vor allen
Dingen das Zuhören. Keiner kann bestreiten, dass der richtige Austausch
von Informationen ausschlaggebend für den Erfolg einer Sache ist.
Nun,
wie sieht das in der Realität aus. Entweder wollen alle reden und
keiner hört zu oder keiner will miteinander reden und die Abläufe
verzögern sich. Hinzukommen persönliche „Likes“ oder „Dislikes“ und es
dauert nicht lange bis das Ganze in der Sackgasse landet. Ehrlicherweise
muss man natürlich eingestehen, dass wir Menschen und keine Pflanzen
oder Maschinen sind. Also diese Faktoren immer Gegenstand sein werden,
egal ob im privaten oder im beruflichen Bereich.
Gehen
wir zurück zu unserem Beispiel mit dem Baum, wäre es unvorstellbar,
dass die Wurzel zur Krone jemals sagen könnte „Wenn ich nicht wäre,
könntest Du gar nicht so erhaben da oben stehen, du arroganter
möchte-gern-Pasha.“, oder die Blätter zum Ast sagen: „Weißt Du was, wir
haben keine Lust mehr. Jeden Tag hier rumzuhängen und immer das Gleiche:
CO2 rein Sauerstoff raus. Mann, wie öde..“. Bislang konnte auch noch
nicht beobachtet werden, dass Bäume samt Wurzeln sich eigenständig einen
anderen Standort suchen, weil Ihnen der Boden nicht richtig erscheint
oder die Nachbarn einen „auf die Palme“ bringen.
Einige Leser werden sich jetzt denken, naja ab und zu muss man ja auch mal was sagen oder was tun. Das stimmt.
Setzen
wir aber einmal voraus, die Bedingungen wären „wachstumskonform“ und es
gäbe weniger „Staus“, dann würde sich die Anzahl der Ecken und Kanten
verringern. Aus der Quadratur des Kreises würde die Kreisur des
Quadrates entstehen. Man könnte es auch die „Vom Klotz Zum
Kuchen“-Wandlung nennen.
Die
Abteilungen blieben in so einem Fall tatsächlich weiter bestehen,
allerdings würde sich deren (Blick-)Winkel im Zentrum konzentrieren und
die Energie einer Unternehmung würde internisiert und nicht wie so oft
externisiert und somit verschleudert werden.
Der
Kopf soll ja auch bekanntlich rund sein, damit das Denken die Richtung
ändern kann. Übrigens wussten Sie von wem dieser Spruch stammt?

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